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Prüfungen

"Prüfungen sind nichts als verkleidete Segnungen."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 25. April 2018 08:00Alter: 28 days
/ Kategorie: Europa

«Kirche von oben» und «Kirche von unten»? Ein Vergleich zwischen den Kirchenerneueren Luther und Wesley

In einem jetzt erschienen Vortrag fragt Karl Heinz Voigt, Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Deutschland, nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem deutschen Reformator Martin Luther und John Wesley, dem Gründer der methodistischen Kirche. Dabei nimmt Voigt besonders die Auswirkungen auf die kirchliche Praxis in den Blick.

Das Cover der Veröffentlichung und der Autor: Karl Heinz Voigt

Im letzten Jahr haben Veranstaltungen zum «Reformationsjubiläum» in Erinnerung gerufen, dass vor 500 Jahren in Europa eine Umwälzung im Kontext der Kirche begonnen hat, deren Auswirkungen die gesamte Gesellschaft mit verändert haben. Rund 200 Jahre nach Martin Luther beginnt in Grossbritannien mit den Brüdern John und Charles Wesley, beide Pfarrer der Anglikanischen Kirche, erneut eine grosse Erneuerungsbewegung, die ebenfalls die sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse nachhaltig verändert. Karl Heinz Voigt, Pfarrer der EMK in Deutschland und profunder Kenner der methodistischen Geschichte, verglich 2017 in einem Vortrag das Wirken von Martin Luther und John Wesley. Er stellte Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Persönlichkeiten heraus, die die Kirchengeschichte prägten. Voigts Vortrag liegt jetzt in der Reihe »EmK-Forum« gedruckt vor.

 

Luther war grundlegend

In der Biographie des anglikanischen Pfarrers John Wesley kommt Luther lange -- auch während seines Studiums - nicht vor. Er lernt den deutschen Reformator kennen vor allem durch seine Kontakte zu Personen und Gruppen der «Herrnhuter Brüdergemeine». 1738 kommt es in einer Versammlung dieser Gemeinschaft zu einer für John Wesley grundlegenden Wende: Einige Sätze, die er dort aus der Vorrede des Wittenberger Reformators zum Römerbrief hörte, veränderten sein Leben. In seinem Tagebuch notiert er: «Mein Herz wurde seltsam erwärmt.» Sein Beziehung zu Gott und sein Verständnis seines Auftrag wurde an diesem Abend durch die Wirkung der Lutherworte neu sortiert. 

 

Der Blick auf die Glaubenspraxis

Im jetzt veröffentlichten Vortrag beleuchtet Voigt nicht so sehr die schon öfters untersuchten theologischen Verbindungen zwischen den beiden Reformern, sondern fragt in besonderer Weise nach praktischen Auswirkungen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen ihnen.

Ausdrücklich geht es ihm dabei um die Auswirkungen in der kirchlichen Praxis des 21. Jahrhunderts. Luthers theologische Erkenntnisse hätten, so Voigt, die damalige Kirche als Institution und verfasste Organisation grundlegend reformiert. John Wesleys Entdeckungen hätten dagegen in viel stärkerer Weise auf die «Erneuerung der Herzen» gezielt. Plakativ verkürzt könne das bei den Lutheranern als «Kirche von oben» und bei den Methodisten als «Kirche von unten» beschrieben werden. Deshalb, so resümiert Rosemarie Wenner, die vormalige Bischöfin der EMK in Deutschland im Geleitwort zu dieser Veröffentlichung, sei die Evangelisch-methodistische Kirche keine «Mini-Landeskirche» und habe auch nicht viel gemeinsam mit Freikirchen, in denen die einzelnen Gemeinden kirchenrechtlich vergleichsweise unabhängig voneinander sind. Vielmehr verstehe sich die EmK «als missionarische Bewegung, die den Auftrag hat, Menschen in Jesu Nachfolge einzuladen und somit die Welt zu verändern». Die Veröffentlichung erinnere Methodisten daran, «wo wir herkommen und was wir in die ökumenische Gemeinschaft einbringen können». Für ökumenische Partner sei die Veröffentlichung interessant, weil sie «hilfreiche Einblicke in unsere Entstehung und die Unterschiede zwischen der Evangelisch-methodistischen Kirche und den evangelischen Landeskirchen» vermittle.

 

Das «EmK-Forum» Heft

Karl Heinz Voigt: Martin Luther und John Wesley. Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit Auswirkungen auf Verständnis und Praxis der Kirche. Mit einem Geleitwort von Bischöfin i.R. Rosemarie Wenner sowie zwei Abbildungen aus dem Privatarchiv des Autors und einer Abbildung aus dem Zentralarchiv der Evangelisch-methodistischen Kirche. Frankfurt am Main 2018, 56 Seiten, ISBN 978-3-940463-31-9, 7,90 Euro.

 

 

Quelle: emk.de

Bild: Heft-Titel EmK-Forum 43; Foto: Klaus Ulrich Ruof, Öffentlichkeitsarbeit emk.de


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